Dienstag, 12. Dezember 2017

[Rezension] "Hinter der blauen Tür" von Marcin Szczygielski

"Hinter der blauen Tür" von Marcin Szczygielski
Copyright: Sauerländer Audio
Jetzt, wo es draußen richtig fies, nass und kalt ist, machen wir es uns nachmittags oft zuhause mit einem Hörbuch gemütlich. „Hinter der blauen Tür“ passte da perfekt - die Geschichte ist für Kinder und Erwachsene spannend und wird von Peter Shaw alias Jens Wawrczeck fantastisch gelesen. Wir hatten das Buch aufgrund des Covers allerdings völlig falsch eingeschätzt und mit einem verträumten Abenteuer gerechnet. Wie man sich irren kann! 
Es beginnt direkt mit einem Schock, bei dem uns kurz die Luft wegblieb. Im einen Moment begleitet man Lukasz und seine Mutter noch auf einer Autofahrt in den Urlaub, im nächsten Moment … rast der Wagen gegen einen Baum. Schwer verletzt kommen beide ins Krankenhaus und Lukasz' Leben ändert sich auf einen Schlag. Sein Bein macht Probleme. Die Mama liegt im Koma. Dann taucht eine Frau auf, die behauptet die Schwester seiner Mutter zu sein und die Lukasz mit ins "Hohe Kliff" nimmt, eine einsame Pension auf dem Lande, in der Lukasz eines Tages eine Tür zu einer anderen Welt entdeckt - die Silberwelt.

Samstag, 9. Dezember 2017

[Rezension] "Der Geisterbaum" von Dirk Walbrecker und Doris Eisenburger

Einen wunderschönen Winter wünschen wir euch allen, mit Schneeflocken im Wind, glitzernden Lichterketten und heißen Getränken. Heute möchte ich auf eine Reise in die Vergangenheit mitnehmen – in meine Kindheit. Von den vielen, vielen Gruselbüchern, die meine Bibliothek bewohnen, gibt es eines, das mir besonders am Herzen liegt, eines, mit dem ich aufgewachsen bin. Als ich noch zu klein zum Selberlesen war, hat meine Mama mir vorgelesen und ich habe auf den Bildern den kleinen Waldgeist gesucht, der fast auf jeder Seite zu finden ist.

Donnerstag, 7. Dezember 2017

[Rezension] "Ritter Rost und das Gespenst" von Jörg Hilbert und Felix Janosa

 "Ritter Rost und das Gespenst" von Jörg Hilbert und Felix Janosa, Bilderbuch
Copyright: Carlsen
Bei der Vielzahl an Kinderbüchern, die den Buchmarkt überschwemmen, ist es für mich manchmal sehr schwierig, ideenreiche Geschichten für meinen Sohn zu finden, die ihn auch wirklich interessieren. Hinzukommt, dass sich seine Interessen stetig ändern. Im Moment hat er eine Ritter-Phase und alles, was dieses Thema betrifft, ist für ihn furchtbar spannend, wie Ritterburgen, Ritterhelme und Geschichten über Ritter. Scheinbar ist mein Sohn mit seiner Vorliebe nicht allein, weil es zahlreiche Bücher über die Helden in Rüstungen gibt. Einen ganz besonderen Ritter durften wir erst kürzlich kennenlernen: Ritter Rost. Das Besondere an diesem rostigen Helden ist, dass er eigentlich keiner ist. Er hält sich zwar für den schönsten, klügsten und stärksten Ritter, aber wenn es wirklich gefährlich wird, schickt er lieber jemand anderen vor und versteckt sich. Und trotzdem sind die Geschichten rund um Ritter Rost einzigartig und eine willkommene Abwechslung zu den typischen Büchern für Kinder, weil es sich nicht nur um eine illustrierte Geschichte zum Lesen handelt. Vielmehr lässt es sich als ein Musical für Kinder beschreiben, welches man hören, singen und auch lesen kann.

Dienstag, 5. Dezember 2017

[Rezension] "Demon Road - Höllennacht in Desolation Hill" von Derek Landy

"Demon Road - Höllennacht in Desolation Hill" von Derek Landy
Copyright: Loewe
"Höllennacht in Desolation Hill" ist der zweite Band der Demon Road Trilogie von Derek Landy. Wer den ersten Teil kennt, weiß, dass es bei diesem Mix aus Humor und Horror zum Teil sehr unappetitlich wird und man bei der Altersempfehlung zweimal hinsehen sollte. Mir hatte der Auftakt gefallen und ich fand auch die Fortsetzung gut - mit  Einschränkungen. Der Plot entfernt sich vom zusammenhanglosen stop and go und ist nahezu ausschließlich in Desolation Hill angesiedelt, dem Ort, den Amber und Milo ausfindig machen wollten, weil sie hofften, dort unsichtbar für den Leuchtenden Dämon zu sein.
 

Leider liegt der Fokus damit nicht automatisch stärker auf Milo und Amber. Derek Landy führt eine große Riege neuer Protagonisten ein, die zum Teil eigenständige kleine Nebenhandlungen einleiten - unter anderem zwei im Dauerstreit liegende Senioren, ein Gestaltwandler, eine Busmannschaft à la Scooby-Doo-Trupp, diverse Stadtbewohner, Serienkiller und Polizisten. Die Figuren sind amüsant, mir waren es aber zuviele und ich hatte schon kurz nach dem Lesen viele Namen wieder vergessen. Vor allem gerieten mir die Hauptpersonen zu oft ins Hintertreffen. Glen hat nur zwei, drei Szenen. Milos Vergangenheit ist immer noch unklar. Besonders von Amber, deren dämonische Seite stärker wird und die einige Konflikte mit sich austrägt, hätte ich gerne mehr gesehen. Für mich standen am Ende viele Fragen im Raum und ich hatte nicht das Gefühl, den Charakteren bedeutend näher gekommen zu sein.

Sonntag, 3. Dezember 2017

[Rezension] "Sweetgirl" von Travis Mulhauser

"Sweetgirl" von Travis Mulhauser
Copyright: dtv
„Sweetgirl“ von Travis Mulhauser ist kein reiner Thriller, wie ich zunächst dachte, sondern vielmehr eine Mischung aus Sozialdrama, leicht schrägem Humor und Spannungsroman. Der amerikanische Autor nimmt uns in seinem Romandebüt mit ins drogenvernebelte Unterschichtsmilieu von Michigan und von dort aus direkt in einen eisigen Schneesturm. Im Zentrum steht die 16jährige Schulabbrecherin Percy, die sich notgedrungen um ihre Junkie-Mutter Carletta kümmert. Als Percy auf der Suche nach ihrer Mutter im Haus von Crystal-Meth-Dealer Shelton landet, findet sie dort ein halb erfrorenes Baby. Während Shelton und seine Freundin ihren Rausch ausschlafen, kämpft sich Percy gemeinsam mit einem Freund zu Fuß durch die Kälte, um Baby Jenna in ein Krankenhaus zu bringen. Aber dann wacht Shelton auf und ist wild entschlossen, das Kind zu finden.

Abwechselnd ist man an der Seite von Percy und Shelton. Das liest sich spannend, es entwickelt sich aber nicht unbedingt ein gnadenloses Katz-und-Maus-Spiel. Nach und nach kommt es zu eher zufälligen Treffen verschiedener Figuren. Ich hatte mit einigen finsteren Antagonisten gerechnet, aber die kommen nicht vor. Shelton ist nicht böse, aber dumm und unberechenbar und deshalb nicht ungefährlich, zumal er unter ständigem Einfluss von Drogen steht, die zum Hauptthema des Buches zählen. Kaum lässt deren Wirkung nach, werden Lachgas, Meth und Whiskey nachfüllt. In Sheltons simples Weltbild mischen sich Homophobie und Rassismus. Als er endlich auf die Beine kommt, werden erst einmal die zwielichtigen Mexikaner unter die Lupe genommen.